Was Spiritualität für mich bedeutet – und warum sie nichts mit Esoterik zu tun hat
- Nadine Radünz

- 6. Okt. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Okt. 2025

Ein sanfter, persönlicher Blick auf Bewusstsein, Verbindung und den Weg zurück zum Wesentlichen.
Spiritualität – ein Wort, das oft so groß und gleichzeitig so schwer greifbar wirkt. Für manche klingt es nach Religion, für andere nach Räucherstäbchen, Kristallen oder Meditation. Doch für mich ist Spiritualität etwas anderes. Sie ist kein Konzept, keine Mode, kein Werkzeug. Sie ist ein stilles Erwachen – das Bewusstsein, dass es in uns etwas gibt, das größer ist als all das, was wir sehen, denken oder besitzen.
Mein Weg zur Spiritualität
Ich erinnere mich noch an die Zeit, in der ich dachte, Spiritualität sei etwas für andere. Für Menschen, die in Klöstern leben oder an höhere Mächte glauben. Ich war zu viel beschäftigt, zu rational, zu sehr im Außen. Doch das Leben selbst führte mich Stück für Stück näher – nicht durch Bücher oder Coaches sondern durch Krisen, durch Momente der Stille, des Schmerzes und der völligen Verzweiflung. Spiritualität begann für mich dort, wo mein altes Denken nicht mehr weiterwusste. Als ich aufhörte, nach Antworten zu suchen, und stattdessen begann zuzuhören. Nicht der Welt, sondern dem, was in mir ganz leise in mir war.
Spiritualität als Bewusstsein
Spiritualität ist für mich Bewusstsein – nichts weiter und nichts weniger. Das bewusste Wahrnehmen dessen, was ist: mein Atem, meine Gedanken, meine Gefühle, mein Umfeld. Es geht nicht darum, anders zu werden, sondern wahrhaftig zu sein. Wenn ich in Achtsamkeit lebe, erkenne ich, dass alles miteinander verbunden ist. Ich bin Teil des Ganzen, und das Ganze ist Teil von mir. In diesen Momenten spüre ich Frieden. Nicht den Frieden, den man sucht, sondern den, der einfach da ist, wenn der Lärm des Egos verstummt. Spiritualität bedeutet für mich, still zu werden – und zu hören, was jenseits der Gedanken ist. Es ist das ändern des Blickwinkels, das Wissen das alles einen Grund hat. Das alles was ist, sein muss wie es ist.
Spiritualität ist kein Esoterik-Etikett
Oft wird Spiritualität mit Esoterik gleichgesetzt. Doch für mich ist das ein Missverständnis. Esoterik kann inspirierend sein – sie schenkt uns Symbole, Rituale, Werkzeuge. Aber Spiritualität braucht all das nicht. Sie ist kein Gegenstand, den man kaufen kann, und keine Technik, die man erlernt. Sie ist eine Haltung dem Leben gegenüber. Echte Spiritualität ist leise. Sie sucht nicht nach Beweisen, sie vergleicht nicht, sie missioniert nicht. Sie geschieht in jedem Atemzug, in jedem bewussten Blick, in jedem Akt von Mitgefühl. Sie erinnert uns daran, dass wir verbunden sind – miteinander, mit der Natur, mit dem Leben selbst.
Warum immer mehr Menschen Spiritualität neu entdecken
In einer Welt, die sich immer schneller dreht, sehnen sich viele nach Tiefe. Nach einem Ort, an dem sie ankommen dürfen – nicht im Außen, sondern in sich selbst. Spiritualität bietet keinen schnellen Trost, aber sie öffnet einen Raum, in dem wir wahrhaftig sein können. Vielleicht ist das der Grund, warum so viele heute den Wunsch verspüren, bewusster zu leben. Ich glaube, wir erleben eine stille Bewegung. Weg von der Oberfläche, hin zur Essenz. Wir beginnen zu verstehen, dass Glück nicht in Kontrolle, sondern in Hingabe liegt. Dass Frieden nicht durch Vermeidung entsteht, sondern durch Annahme.
Spiritualität im Alltag
Spiritualität zeigt sich nicht nur auf dem Meditationskissen. Sie lebt im Alltag – in kleinen, scheinbar unscheinbaren Momenten. Wenn ich morgens bewusst meinen Tee trinke. Wenn ich tief atme, statt zu reagieren. Wenn ich jemanden wirklich sehe. Wenn ich Dankbarkeit spüre, einfach weil ich da bin. Das sind keine großen Gesten. Aber sie verändern alles. Denn jedes Mal, wenn ich präsent bin, wächst mein Bewusstsein. Und in diesem Bewusstsein erkenne ich: Das Leben selbst ist meine Praxis.
Wie du deine eigene Spiritualität findest
Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg. Spiritualität ist so individuell wie dein Atem. Manche finden sie in der Natur, andere in Musik, im Gebet, im Tanz oder in der Stille. Wichtig ist nur, dass du ehrlich bist – zu dir selbst. Frage dich: Was bringt mich in Verbindung? Was öffnet mein Herz? Dort beginnt dein Weg. Spiritualität ist kein Zustand, sondern eine Bewegung. Sie ist kein Ziel, das du erreichen musst, sondern ein Raum, den du immer wieder betrittst. Manchmal bewusst. Manchmal einfach so.
Fazit: Rückkehr zu dir selbst
Spiritualität ist für mich die Rückkehr. Zur Quelle, zum Wesentlichen, zu mir selbst. Sie ist keine Flucht aus der Welt, sondern ein Ja zum Leben in seiner Ganzheit. Wenn ich mich mit mir verbinde, verbinde ich mich automatisch mit allem anderen. Und vielleicht ist genau das die Essenz: die Erinnerung daran, dass wir nie getrennt waren.
Journaling & Reflexion
Wenn du magst, nimm dir heute ein paar Minuten Zeit und schreibe frei zu diesen Fragen:
1. Wann habe ich mich das letzte Mal wirklich mit mir verbunden gefühlt?
2. Was bedeutet Spiritualität für mich persönlich – jenseits von dem, was andere darunter verstehen?
3. Welche kleinen Rituale oder Momente helfen mir, achtsam und präsent zu bleiben?
Lass die Antworten fließen, ohne sie zu bewerten. Manchmal ist das Schreiben selbst schon Gebet.
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